Rückblick im Alter

Ich werde bald 67 Jahre jung und frage mich oft: was habe ich erreicht?
Gut, wenn der Kindesunterhalt für meinen jüngsten Sohn nicht wäre, hätte ich ein sorgenfreies Leben, aber kann sich jemand wirklich vorstellen, wie es ist, mit 31 an morbus bechterew zu erkranken, immer krummer und damit kleiner zu werden, nicht mehr nach oben schauen zu können, den Kopf nicht mehr drehen können, handwerklich nichts mehr selbst machen können, denn ich habe nur noch 2 l Luftvolumen!
Und dann noch seit 9 Jahren nicht mehr ohne Hilfsmittel gehen zu können!?
Ich hatte mir immer gewünscht, mit der Liebe meines Lebens glücklich alt zu werden, Händchen zu halten am Strand an schöne Stunden in jungen Jahren zurück denken zu können – es hat nicht sollen sein!
Natürlich gibt es auch positives – gute Arbeitsverhältnisse, vieles erlebt, viel gereist, 4 erwachsene Söhne, aber ich werde nie mit einer Frau an vergangene schöne Stunden denken und davon träumen können.
Wenn ich ein altes Paar sehe, das harmonisch miteinander umgeht, kommen mir die Tränen, ich bin einfach zu sensibel, sentimental und emotional/emphatisch für diese Welt! Keines der Kinder bei mir, und alleine zu leben ist wirklich nicht prickelnd!
Leider ist die Welt eine optische, das Aussehen spielt die größte Rolle, aber Schönheit vergeht auch bei der schönsten Frau, nur Charakter bleibt und Wissen, Erlebnisse, Bildung, mitreden können, aber man kann nichts mit ins Grab oder die Urne nehmen und ist schnell vergessen!
Weder Freunde (RICHTIGE sind ein Sechser im Lotto!) noch Familie sind verlässlich, in der Welt regieren Heuchelei, Habgier, Eifersucht, Geltungsbedürfnis und Macht!
Traurig, aber wahr, so ist halt das Leben, und wenn die Erde nur ein Staubkorn im Universum ist, was sit dann ein einzelner Mensch?
Ich hätte mein Wissen so gerne weiter gegeben, aber keiner meiner Söhne interessiert sich für meine Hobbies – schade!
So, genug der Trübsal, bis demnächst
Euer Diethelm